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In den anderen Städten

Nachdem das geplante Konzert von Sizzla in Berlin gleich doppelt verhindert wurde und bereits im Vorfeld der Tour das Konzert in der Hamburger Fabrik abgesagt worden war, hatten die vielseitigen Proteste in den anderen Städten leider weniger Erfolg.

Tags drauf in München, sahen es die Betreiber des Clubs Backstage ganz anders:

Stocker erwiderte, dies sei „alles nicht so eindeutig“. Zwar seien die Texte zum Teil „sehr aggressiv und brutal“, aber Sizzla sei ein „international anerkannter Künstler“. Er werde nun dargestellt als „ein Hetzer, der zu Mord und Totschlag aufruft“. Dies sei „komplett absurd“. In älteren Texten habe es solche Passagen womöglich gegeben, das wolle er „gar nicht beschönigen“, räumte der Hallenchef ein. Doch Sizzla habe sich geändert… Stocker sprach im Gegenzug von einer „Hetzkampagne“ der Homoszene und mahnte Fairness an. Die Vorwürfe grenzten an Rufmord. Für das Konzert am Abend wurde ein Mindestalter von 16 Jahren festgelegt.

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Danke an alle, die mitgeholfen haben!

An dem Erfolg des gestrigen Tages waren viele Menschen und Gruppen beteiligt. Wir wollen uns bei ihnen allen bedanken. Dank an alle, die geholfen haben die Demo auf die Beine zu stellen, die mobilisiert haben, die für mediale Öffentlichkeit gesorgt haben, die auf offizieller Ebene Druck gemacht haben und natürlich auch an alle, die zur Demo oder zum Hermannplatz gekommen sind. Vielen Dank!


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Nach der Demonstration

Am 26.11.09 fand in Berlin-Prenzlauer Berg eine Demonstration unter dem Motto „Smash Homophobia“ statt. Einige hundert Menschen zogen vom S-Bhf. Schönhauser Allee bis zum U-Bahnhof Eberswalder Straße. Anlass war ein Auftritt des homophoben Reggaemusikers Sizzla, der ursprünglich für das Kesselhaus auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg angesetzt war, dort jedoch im Laufe des 26.11. von Seiten des Kesselhauses abgesagt wurde. Während die Demonstration schon bei der Auftaktkundgebung war, erreichte sie die frohe Kunde, dass auch die zwischenzeitliche Ausweichlokalität Huxley’s Neue Welt in Neukölln sich entschieden hat, den externen Veranstalter_innen ihre Räumlichkeiten nicht zur Verfügung zu stellen, womit das Konzert von Sizzla endgültig in’s Wasser gefallen war.

Ein ausführlicher Bericht folgt. Für den Moment verweisen wir auf die vielen, vielen Artikel in der Presse-Rubrik.

Smash Homophobia!

Konzert ist NICHT abgesagt, sondern VERLEGT!

Nachdem das Kesselhaus eingelenkt hat, findet es nun im Huxley’s Neue Welt (Hasenheide 107, U Hermannplatz) statt.

Treffpunkt bleibt wie gehabt 18.30h S-Bhf. Schönhauser Allee. Wir werden aber versuchen, von dort aus möglichst schnell nach Neukölln zu kommen, um an Ort und Stelle zu sein.

Wir lassen uns doch nicht verarschen…

Kommt alle!

Smash Homophobia!

Neueste Entwicklungen wenige Stunden vor der Demo

Während die Vorbereitungen auf die Demonstration heute Abend auf Hochtouren laufen, tut sich offenbar auch hinter den Toren des Kesselhauses etwas, wie der Tagesspiegel berichtet:

Nach Tagesspiegel-Informationen gibt es Überlegungen, den Auftritt des Musikers, der unter dem Namen Sizzla bekannt ist, ausfallen zu lassen. In seinen Liedern ruft Collins zum Mord an Schwulen auf.

Die Veranstalter versuchen derzeit noch den Musiker dazu zu bringen, gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) eine Kampagne gegen Homophobie in Jamaika ins Leben zu rufen. „Wir führen mit dem Management und dem Lesben und Schwulenverband Gespräche“, bestätigte eine Sprecherin des Kesselhauses.

Falls es zu einer Einigung kommt, steht nach Aussage des LSVD dem Konzert nichts im Wege. „Wenn er sich zu einer Offensive gegen Homophobie durchringen kann, würden wir das natürlich begrüßen“, sagte LSVD-Sprecher Klaus Jetz. Falls nicht, werde sich der Verband weiterhin für die Absage der Veranstaltung einsetzen. Wie eine mögliche Kampagne gegen Schwulenhass zusammen mit Collins aussehen könnte, sei noch nicht genauer geplant. „Wichtig wäre eine ganz klare Verpflichtung, denn bisher hat Collins schon viel unterschrieben und die Vereinbarung anschließend gebrochen“, sagte Jetz.

Mal schauen, was da noch kommt…

[Originalartikel im Tagesspiegel]