In den anderen Städten

Nachdem das geplante Konzert von Sizzla in Berlin gleich doppelt verhindert wurde und bereits im Vorfeld der Tour das Konzert in der Hamburger Fabrik abgesagt worden war, hatten die vielseitigen Proteste in den anderen Städten leider weniger Erfolg.

Tags drauf in München, sahen es die Betreiber des Clubs Backstage ganz anders:

Stocker erwiderte, dies sei „alles nicht so eindeutig“. Zwar seien die Texte zum Teil „sehr aggressiv und brutal“, aber Sizzla sei ein „international anerkannter Künstler“. Er werde nun dargestellt als „ein Hetzer, der zu Mord und Totschlag aufruft“. Dies sei „komplett absurd“. In älteren Texten habe es solche Passagen womöglich gegeben, das wolle er „gar nicht beschönigen“, räumte der Hallenchef ein. Doch Sizzla habe sich geändert… Stocker sprach im Gegenzug von einer „Hetzkampagne“ der Homoszene und mahnte Fairness an. Die Vorwürfe grenzten an Rufmord. Für das Konzert am Abend wurde ein Mindestalter von 16 Jahren festgelegt.


Über direkte Proteste, abgesehen von zahlreichen Beschwerden von zivilgesellschaftlicher Seite, war in der Presse nicht zu finden.

Anders in Wuppertal, wo bereits Am 25.11. etwas 50 Menschen gegen ein Zusatzkonzert von Sizzla protestiert hatten. Hier versammelten sich am Abend etwa 100 Demonstrant_innen, um ihrn Unmut zu äußern. Bereits am Samstagmorgen hatten, wie queer.de berichtet, Unbekannte einen Buttersäureanschlag auf das U-Club verübt, jenen Club, der seit längerem dafür bekannt ist, immer wieder sämtliche homophoben Reggaemusiker_innen auftreten zu lassen, deren mensch habhaft werden kann. Trotz der Proteste fand das Konzert leider wie geplant statt.

Am Sonntagabend stand schließlich der Auftritt Sizzlas im Zapata in Stuttgart an. Zwar distanzierten sich hier die Betreiber_innen des Clubs von dem Konzert, sehen sich aber vertraglich gebunden, die externen Veranstalter_innen die Halle zu überlassen. Über weitere Proteste in der Stadt, in welcher auch Sizzlas Bookingagentur Contour ihren Sitz hat, ist bisher nichts bekannt geworden.

Zwei von sechs Konzerten verhindert. Sicher keine perfekte Ausbeute, aber eine solide Basis für zukünftige Kampagnen gegen homophobe Hassprediger_innen.

PS: Wer es gerne ganz abstrus mag, kann auf gesamtrechts punk net nachlesen, wie ganz rechts außen über die Smash Homophobia Demo in Berlin gedacht wird. Der Titel sagt aber eigentlich auch schon alles…:

gesamtrechts[punkt]wordpress[punkt]com/2009/11/26/homos-verhindern-negerkonzert-warum-hassen-sie-andersartige/#more-6283


3 Antworten auf „In den anderen Städten“


  1. 1 Bastian 30. November 2009 um 16:05 Uhr

    evt solltet Ihr mal die Hilforganisationen für Jamaika promoten.
    HelpJamaica.org oder J-Flag

  2. 2 friedlich 02. Dezember 2009 um 17:09 Uhr

    so, sizzla wieder weg.

    WIE HABT IHR HEUTE DEN SCHWULEN AUF JAMAIKA GEHOLFEN???

    wirklich hilfe und support oder doch nur egomanisches aufbauschen der eigenen bedeutungsverschaffung wegen?

    hmmm

  3. 3 Michi 06. Dezember 2009 um 13:52 Uhr

    Hasssänger für Grammy nominiert

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=11493

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