Be yourself – Fight homophobia

In Reaktion auf die homophoben Angriffe, die in den letzten Wochen gehäuft öffentlich geworden sind (siehe u.a. [hier]), hat die Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG-Berlin) einen Text verfasst, den wir gerne auch hier veröffentlichen wollen:

Be yourself Fight homophobia

Berlin – eine Stadt, die versucht sich mondän, kosmopolitisch, anders und offen gegenüber ihren Tourist_innen, Einwohner_innen und der Welt zu zeigen. „be berlin“ lautet das große Mitmach-Motto. DochBerlin – eine Stadt, die versucht sich mondän, kosmopolitisch, anders und offen gegenüber ihren Tourist_innen, Einwohner_innen und der Welt zu zeigen. „be berlin“lautet das große Mitmach-Motto. Doch das Schein trügt, wie all zu oft. Berlin kann und muss auch als Stadt wahrgenommen werden, die in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens mit einer ganz „normalen“ bundesdeutschen Provinzstadt mithalten kann: homo_phobes Verhalten und/oder das Festhalten an bipolaren Geschlechterbilder sind eingeprägt und werden täglich reproduziert.

Zwei aktuelle Beispiele: Mit Schlägen und Messern sind am 12. Juni zwei Menschen in Berlin-Treptow schwer verletzt worden, offenbar allein weil den Täter_innen ihre sexuelle Orientierung missfiel. Ein Opfer musste später im Krankenhaus notoperiert werden. Nur fünf Tage späte wurde eine Person in Kreuzberg homophob beleidigt, getreten ihr das Mobiltelefon geraubt. Wer immer auch die Täter_innen genau waren: ihre Tat entsprang einer Überzeugung.

Obwohl Taten wie diese und die Diskriminierung von Homosexuellen, queeren, transgender und anderen sich selbst konstruierenden Menschen auch in dieser Gesellschaft alltäglich sind, erfährt mensch wenig davon. Für einen Großteil ihrer sich als heterosexuell verstehenden erscheint sie offenbar mindestens vernachlässigbar, wenn nicht gar natürlich oder berechtigt. So hat jede_r dritte „Deutsche“ ein nach eigener Aussage „moralisches Problem“ mit Homosexualität.

Einem Geschlechterbild zufolge, das nach wie vor die bipolare Norm von der Mann-Frau-Beziehung und der Kleinfamilie propagiert, wird Homosexualität und/oder queeres Verhalten nach wie vor als „krankhaft“ delegitimiert. Ob dies explizit oder implizit passiert, ist für die meisten Täter_innen schon nicht mehr relevant. Obwohl sich in einer Stadt wie Berlin auch einige hohe Staatsvertreter_innen zur equal-politics bekennen, wie unlängst beim CSD geschehen, wirkt die heteronormative Matrix ohne Zweifel gesellschaftlich fort, auch durch und über den Staat hinaus. Fast alle sozialen Regeln und Handlungen sind danach ausgerichtet. Die menschenverachtenden Gewalttaten des 12. und 17. Junis haben genau hier ihren Ursprung. Es reicht nicht, die Emanzipation von sich als homosexuell und/oder queer verstehenden und verhaltenden Menschen nur pro forma zu unterstützen. Taten wie diese können nur verhindert werden, wenn letztlich jede homophobe und/oder antiqueere Handlung durch eigene Initiative unmöglich gemacht und jede Form der Gewalt verhindert wird.

Keine Toleranz gegenüber den
Täter_innen des 12. und 17. Juni.
Be yourself – fight homophobia

06.03.: Smash Homophobia Soliparty

Im November 2007 wurden wir von einer Gruppe homophober Arschlöcher zusammengeschlagen. Zuvor hatten sie die Gäste einer Queer-Party, auf der wir auch waren, als “Arschficker” und “Schwuchteln” beschimpft. Als Wir sie fragten ob sie was gegen Schwule hätten und zu ihnen meinten sie sollen aufhören so was zu rufen, griffen sie uns an. Der Prozess ist gelaufen und die Anwaltsrechnung muss beglichen werden. Wir würden uns freuen, wenn ihr darum am 6.März auf ein Getränk und ne runde Tanzen in die Meuterei vorbeikommt.

Dj_anes: Alltimes, Trash: Yonina & Dico-Basti / Radio Gaga / No Name DJ-Team
Drum’n’Bass: Ni-Colette (Jump up)

6.März 2010 / ab 21 Uhr / Meuterei / Reichenberger Str. 58

TAZ-Artikel: „Anschreien statt mitsingen“

In der Kulturbrauerei hat eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Murder Music“ stattgefunden und die TAZ hat einen interessanten Artikel dazu veröffentlicht:

Heute keine Reggae-Musik im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei, keine Party, kein Tanzen. Brennende Joints ja sowieso nicht wegen des Rauchverbots. Stattdessen sitzt Volker Beck von den Grünen auf dem Podium, neben ihm sein Sidekick Klaus Jetz vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Beck sitzt hier als Spielverderber vom Dienst. Er sagt nämlich, dass er es auch in Zukunft nicht dulden wird, dass Dancehall-Künstler aus Jamaika wie Sizzla („Erschießt Perverse, meine große Pistole macht Bumm Bumm Bumm“) an diesem Ort auftreten dürfen, wenn sie nicht darauf verzichten, mit ihren Songs zum Mord an Schwulen aufzurufen…

Den ganzen Artikel gibt es [hier].

Schon wieder homophober Reggae-Sänger in Berlin

Mit Empörung mußten wir feststellen, dass keine zwei Wochen nach dem geplatzten Konzert von Sizzla, schon wieder ein Konzert eines als homophob und sexistisch bekannten Reggaemusikers in Berlin stattfinden soll. Schauplatz diesmal ist das YAAM in Treptow, wo am kommenden Mittwoch, dem 09.12. Mr. Vegas auftreten soll.

Da in ihm nahezu alles gesagt wird, was zu sagen ist, zitieren wir hiermit einen Artikel auf Indymedia:

Nachdem das Sizzla-Konzert in Berlin bustäblich in letzter Minute verhindert wurde, soll erneut ein international bekannter Sänger in Berlin spielen, der zum Mord an Schwulen aufruft und auch jenseits der Mordaufruf Homophobie propagiert. Diesmal soll im Yaam Mr.Vegas spielen.

Am Mittwoch den 09.12.2009 soll Mr.Vegas im Berliner Yaam auftreten. Das Yaam gibt sich gerne als Teil der Berliner Alternativ-Szene. Doch wirklich überraschend ist es nicht, dass dort Mr.Vegas spielen soll. Die Songs und Videos von Mr.Vegas sind übervoll von sexistischen Darstellungen in denen Frauen auf Sexobjekte reduziert werden.
Der Sexismus trifft sich bei Mr.Vegas mit Homophobie, da er u.a. darüber singt, dass Frauen nur von Männern befriedigt weredn können.

Zitat von Stop Murder Music Bern und Zürich:

„Ein Vertreter der militant-homophoben Subkultur innerhalb der jamaikanischen Dancehall-Reggae-Community soll am 31.7. im „LG-Club“ in Zürich-Oerlikon auftreten: Clifford Smith, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Mr Vegas“, der mit seinem Homohass-Song „Nah Promote“ – aka „Bun Chi Chi Man“ aka „No Promotion“ – (2001, First Name Records, siehe auch http://www.soundquake.com/mp3/80711.mp3) mit der Aufforderung zur Verbrennung von „Chi Chi Man“ (Schwule) das pure Gegenteil der Messages von „Iries Révoltés“ vertritt.

Weniger militant und tödlich sind andere „Mr Vegas“-Songs, die es bei postpubertär-homophoben Seitenhieben belassen. Ziemlich bizarr ist der Versuch von „Mr Vegas“ in „Cocky She Want“ (2002, Greensleeves Records), die Welt davon zu überzeugen, dass ein Heteromann (Mr Vegas?) Frauen besser befriedigen könne als eine „Sodomite“ (Lesbe)… (siehe auch http://www.youtube.com/watch?v=wMK-sPT99QU). “

Mr.Vegas werden mindestens vier explizite Battyman-Tunes (Anti-Schwulen-Songs) zugerechnet. Leider sind mimentan keine Übersetzungen der Texte auf deutsch vorhanden.
Die SOngs sind:
Nah Promote/Bun ChiChiMan (Verbrennt Schwule)
Must come a road (Songtext: http://www.soulrebels.org/dancehall/u_lyrics_must.htm)
Girls Time (http://www.soulrebels.org/dancehall/u_lyrics_girls.htm)
Cocky she want

Einen ausführlichen Text zur Kritik an homophoben Reggae gibt auf einer Homepage über den Wuppertaler U-Club: http://uclubdichtmachen.blogsport.de/aufruf/lang/
Ebenfalls mehr Infos gibt es bei der Kampagne „Stop Murder Music“ aus der Schweiz: http://www.stopmurdermusic-zh.ch/index.html

Mehr zum Thema bald!

Grammy für Schwulenhasser?

Wie haOlam.de berichtet steht zur Debatte, dass dem prominenten Schwulenhasser Buju Banton einen Grammy zu verleihen:

Ein Grammy für einen Hassänger?

Der aus Jamaika kommende Sänger Buju Banton ist mit seinem Album „Rasta Got Soul“ für den wichtigsten Musikpreis der Welt. dem Grammy, nominiert worden. Dass der Sänger mit dem Preis für das beste Reggae-Album ausgezeichnet werden könnte, hat zu Protesten und Entsetzen bei Menschenrechts- und Homosexuellenorganisationen geführt.

Hintergrund des Protestes: Buju Banton, mit bürgerlich Namen Mark Myrie, forderte seine Zuhörer in dem Song „Boom Bye Bye“ auf, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu ermorden. Diesen bereits 1992 veröffentlichten Song hat der Reggae-Sänger wiederholt aufgeführt (auch 2006, bis heute nutzen andere „Künstler“ gerne einen Sample des Refrains „Boom bye bye ina batty boy head“. Der Sänger verdient weiterhin an jeder Nutzung des Songs.

Vom Inhalt des Liedes hat sich Banton nie distanziert. Mehrfach erklärte er, die Kritiker verstünden seine Herkunft nicht. Wegen seiner „Kultur und Erziehung“ könne er Homosexualität „nicht in tausend Jahren“ gutheißen. 2004 wurde Banton von der Polizei per Haftbefehl gesucht, weil er verdächtigt wurde, an einer Gewalttat gegen zwei schwule Männer aus Kingston beteiligt gewesen zu sein.

2007 spöpö [sic!] Banton, wie einige andere Sänger auch, den „Reggae Compassion Act“ unterschrieben haben, eine Selbstverpflichtung, dass er „das Recht von Menschen, ohne Gewalt zu leben, respektiert und aufrechterhält, egal welcher Religion, sexuellen Ausrichtung, Rasse, ethnischer Herkunft oder welchem Geschlechts sie angehören“. Von ihm und seinem Management wurde die Unterschrift wenig später dementiert. In der jamaikanischen Presse sagte Banton wenig später, dass er seinen „Krieg“ gegen Schwule nicht aufgeben werde

[Artikel auf indymedia]
[Artikel auf queer.de]

Smash Homophobia!